B-TRE in Azabujuban. Italienisch. Ich hatte gehört, dass der Chefredakteur eines bekannten Tokioter Foodmagazins ein großer Fan dieser Adresse ist. Restaurants nach den Vorlieben anderer auszuwählen entspricht eigentlich nicht meiner Art — und dennoch betrete ich die Tür jedes Mal mit einer gewissen Erwartung.

Pasta ist das Gesicht der Küche
Das hier ist ein italienisches Restaurant, also wird Pasta ernst genommen. Ein Holzbrett kam mit runden Formen, breiten wie Udon und fein gezogenen Strängen. Manche, so hieß es, seien für kalte Gerichte gedacht. Die Pasta-Form kommt zuerst, dann erst die Sauce. Allein beim Anblick der Formen auf dem Brett spürt man diese Überlegung.

Was wir bestellten
Pferdefleisch mit Kaviar. Eine Art Bruschetta — dick aufgetragene Butter auf einem Stück Baguette, darauf Kaviar. Butter und Kaviar passen zusammen. Das habe ich hier zum ersten Mal verstanden. Dann Carbonara, Trüffelrisotto, geschmortes Kaninchen.
Alles war wirklich gut. Gemessen nur an der Küche: ein Michelin-Stern wäre keine Überraschung.
Die Tai des Tages, nach Wunsch
Den Tai des Tages konnte man nach Belieben zubereiten lassen. Ich bat — wie so oft — um Carpaccio. Kräuter und kleine Ikura. Fisch mit Fischrogen, eigentlich naheliegend, aber die Kombination übertraf meine Erwartungen bei weitem. Die Möglichkeit zu wählen ist selbst eine Art Luxus.

Ein Restaurant ohne Aufschneiderei — und doch steckt in jedem Gericht sichtbare Sorgfalt. Es war ein durch und durch gelungenes Essen. Ein Ort, zu dem ich unbedingt zurückkehren möchte.
Notizen vom Tag
- Restaurant: B-TRE (Azabujuban / Italienisch)
- Bestellt: Pferdefleisch mit Kaviar / Kaviar-Bruschetta / Carbonara / Trüffelrisotto / geschmortes Kaninchen
- Tages-Tai: Carpaccio mit Kräutern und kleiner Ikura
- Erkenntnis: Butter und Kaviar harmonieren
- Pasta wird nach Sauce geformt: rund, breit, für kalte Gerichte
- Allein nach der Küche: ein Michelin-Stern wäre berechtigt

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